Günstiger Verlauf einer schweren Colitis ulcerosa
Author(s) -
Rainer Stange,
B Koch,
Clemens Seidel,
M. Bühring
Publication year - 1998
Publication title -
complementary medicine research
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.238
H-Index - 38
eISSN - 2504-2106
pISSN - 2504-2092
DOI - 10.1159/000021156
Subject(s) - colitis , medicine
Bei der 29jaÈhrigen Frau B. E. war etwa 26 Monate vor der erstmaligen stationaÈren Aufnahme in unsere Klinik eine linksseitige Colitis ulcerosa (etwa ab Mitte des Colon transversum) makroskopisch und histologisch diagnostiziert worden. Seit etwa 15 Jahren litt sie unter diffusen abdominellen Beschwerden, eine ausgepraÈgte Durchfallsymptomatik war erstmals zwei Monate vor Diagnosestellung aufgetreten. In der damaligen Erstbehandlung hatte sich trotz Gabe von Mesalazin und einem hochdosierten systemischen Kortikoid keine Vollremission erreichen lassen, insbesondere persistierte eine ausgepraÈgte EisenmangelanaÈmie. Diese wurde mit oralem und intravenoÈ sem Eisen, z. T. auch mit Erythrozytenkonzentraten therapiert. Durch eine stationaÈre Therapie neun Monate nach der Erstdiagnose besserte sich der Zustand, insbesondere die Diarrhoen, nicht wesentlich. Allerdings war die AnaÈmie etwas besser kontrollierbar, nachdem wegen einer schon seit Jahren bestehenden Hypermenorrhoe zusaÈ tzlich mit einem Ovulationshemmer behandelt wurde. 11 Monate nach den ersten DurchfaÈ llen erhielt die Patientin dann 2 × 50 mg/Tag Azathioprin (Imurek , Glaxo Wellcome, Hamburg, Deutschland), u. a. da sie als steroid-refraktaÈr galt. Dies musste jedoch neun Monate spaÈter wegen Entwicklung einer Leukopenie abgesetzt werden. Mit dem anschliessend erstmals systemisch eingesetzten Budesonid konnte offenbar eine gewisse Stabilisierung erreicht werden. Jedoch trat waÈhrend eines Kuraufenthaltes, jetzt etwa zwei Jahre nach der Erstmanifestation, ein schweres Rezidiv auf. Eine tiefe Unterschenkelvenenthrombose links komplizierte die Situation und wurde mit Vollheparinisierung und anschliessender Antikoagulation therapiert. Darunter kam es zu vermehrten Blutbeimengungen im Stuhl und einem Hb-Abfall bis 2,7 (!) g/dl. Die gastroenterologische Abteilung des naÈchstgelegenen UniversitaÈ tsklinikums, in der die etwa 200 km von Berlin in laÈndlicher Umgebung wohnende Patientin wiederholt ambulante und stationaÈre Behandlungen erfahren hatte, sah mit keiner weiteren internistischen Therapie eine Perspektive und riet nun noch dringlicher als bereits zuvor zur totalen Kolektomie mit Anlage eines ileo-analen Pouch. Zur Operationsabsprache vermittelte man einen Vorstellungstermin in einem Berliner UniversitaÈtsklinikum. Dort las die Patientin im Wartebereich in einer hochschulinternen Zeitung zufaÈ llig die Kasuistik einer Patientin mit Morbus Crohn, die sich in unserer Abteilung zusaÈtzlich mit naturheilkundlichen Methoden erfolgreich hatte behandeln lassen und wollte spontan eine Therapie bei uns aufnehmen, um jede noch so geringe Chance zur Vermeidung der Operation zu wahren.
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