Interventionelle Therapie benigner und maligner Gallenwegstenosen
Author(s) -
Horst Neuhaus,
HansJuergen Brambs,
Markus W. Büchler,
Min Kyu Jung,
P. Neuhaus,
J.F. Riemann
Publication year - 1999
Publication title -
visceral medicine
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.598
H-Index - 17
eISSN - 2297-475X
pISSN - 2297-4725
DOI - 10.1159/000012524
Subject(s) - medicine , gynecology
Fur die palliative Therapie maligner Gallenwegstenosen stehen heute minimalinvasive endoskopische und radiologische Techni- ken der Stentimplantation als Alternative zur Bypassoperation zur Verfugung. Diese interventionellen Techniken konnen daruber hinaus auch zur temporaren oder definitiven Behandlung benigner biliarer Strikturen eingesetzt werden. Da nur wenige kontrollierte Studien zum Vergleich der einzelnen Verfahren vorliegen, sollte das Vorgehen im Einzelfall interdisziplinar erortert werden. Das folgende Expertengesprach verdeutlicht, zu welchen Fragen dies- bezuglich Konsens besteht und wann ausfuhrliche Diskussionen zwischen den einzelnen Fachdisziplinen erforderlich erscheinen. 1. Frage: Gibt es Indikationen fur eine praoperative endoskopische oder perkutane Drainage bei mali- gnem Verschlusikterus? Riemann: In der Regel kommt der ikterische Patient zunachst zur Diagnostik. In diesem Rahmen werden nicht selten intervenieren- de Masnahmen durchgefuhrt, um beispielsweise Material fur hi- stologische und zytologische Untersuchungen aus dem Gallengang zu gewinnen. In solchen Fallen ist eine Drainage auch praoperativ haufig zwingend, da theoretisch mit dem Entstehen einer iatroge- nen Cholangitis gerechnet werden mus. Eine gesicherte Indikation liegt aus meiner Sicht dann vor, wenn ein hochgradiger Ikterus (Bilirubin uber 20 mg%) besteht. Jung: Eine klare Indikation zur biliaren Ableitung ist gegeben, wenn als diagnostische Untersuchung eine endoskopische retrograde Chol- angiopankreatikographie (ERCP) bzw. perkutane transhepatische Cholangiographie (PTC) mit Einbringen von Kontrastmittel ober- halb der Gallenwegstenose vorgenommen wurde. Da die Kontrast- mittelinjektion in gestaute Galle ohne Ableitung eine bakterielle In- fektion zur Folge hat, mus wahrend des endoskopischen Eingriffs der stenotische Anteil prothetisch versorgt werden. ¤berdies ist ein Teil der gestauten Galle bereits primar bakteriell kontaminiert. Grundsatzlich kann auch ohne eine ERCP oder PTC operiert wer- den, wenn die bildgebenden Verfahren (CT, MRCP etc.) eine aus- reichende Diagnostik bieten. Die Notwendigkeit einer generellen praoperativen Ableitung gestauter Gallenwege bei Verschlusikte- rus ist umstritten. Es existieren aber Daten, die auf einen besseren postoperativen Verlauf nach praoperativer biliarer Drainage hin-
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