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Die indische Innenpolitik im Berichtsjahr
Author(s) -
Joachim Betz
Publication year - 2003
Language(s) - German
DOI - 10.11588/ijb.2003.0.1298
Innenpolitisch verlief das Jahr 2002 (bis einschlieslich Februar 2003) vergleichsweise sturmisch. Der Beginn war gepragt von blutigen, kommunalen Auseinandersetzungen zwischen organisierten Moslem- und Hindugruppen in Gujarat. Wie immer waren davon hauptsachlich Unschuldige betroffen, wie immer traten uber diesen Ereignissen die eigentlichen Probleme guter Regierungsfuhrung in den Hintergrund. Die Ausschreitungen gegenuber den Muslimen trugen immerhin dazu bei, dass die Regierung die Radikalen bei der schon Jahre schwelenden Frage des Tempelbaus dampfte. Dies vertiefte freilich den Graben zwischen der hauptsachlichen Regierungspartei BJP (Bharatiya Janata Party) und ihren Vorfeldorganisationen. Die nachhaltige Schwachung der Regierungskoalition wurde erst durch den triumphalen Wahlsieg der BJP in Gujarat uberwunden, der einer bewussten Polarisierung der kommunalen Gegensatze zu verdanken war. Er gab nicht nur der BJP Anlass, ihre bisherige politische Masigung zu uberdenken, sondern brachte auch die oppositionelle Kongresspartei in Zugzwang und dampfte deren Selbstbewusstsein hinsichtlich der Unterhauswahlen im Jahr 2004 erheblich.

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