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Die Versorgungssituation psychischer Störungen in Deutschland
Author(s) -
HansUlrich Wïttchen,
Frank Jacobi
Publication year - 2001
Publication title -
bundesgesundheitsblatt - gesundheitsforschung - gesundheitsschutz
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.362
H-Index - 62
eISSN - 1437-1588
pISSN - 1436-9990
DOI - 10.1007/s001030100269
Subject(s) - gynecology , medicine
Zusammenfassung   Nach Befunden des Bundes-Gesundheitssurveys 1998/99 (Zusatzsurvey “Psychische Störungen”) litten im Jahr der Erhebung 32% (=15,6 Millionen) der erwachsenen deutschen Bevölkerung im Alter von 18–65 unter einer oder mehreren psychischen Störungen. Jeder dritte Betroffene (36%) steht oder stand im Jahr vor der Erhebung wegen der psychischen Störung in Kontakt mit ambulanten oder stationären psychiatrisch/psychotherapeutischen Diensten oder seinem Hausarzt. Der Anteil von Betroffenen, die eine im weitesten Sinne adäquate Therapie nach modernen wissenschaftlichen Kriterien erhalten, kann konservativ auf ca. 10% geschätzt werden. Die niedrige Versorgungsquote betrifft dabei nicht alle spezifischen Störungsgruppen in gleichem Ausmaß; niedrige Versorgungsraten ergaben sich insbesondere für somatoforme und Suchterkrankungen. Ferner ergaben sich zum Teil markante regionale Unterschiede (z. B. besonders schlechte Versorgungslage in Regionen, die weder über eine nahe Universität noch über psychotherapeutische Weiterbildungsinstitutionen verfügen). Ungeachtet unterschiedlich weiter oder enger Definitionen des Begriffs Behandlungsbedarf, zeigt sich eine gravierende Unterversorgung von Personen mit psychischen Erkrankungen. Quantitativ bedeutsame Hinweise auf eine Fehl- oder Überversorgung von Betroffenen lassen sich nicht aufzeigen.

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