Entwicklung akademischer Leistungen im Geschlechtervergleich
Author(s) -
Thomas Mößle,
Anna Lohmann
Publication year - 2014
Publication title -
nomos verlagsgesellschaft mbh and co. kg ebooks
Language(s) - German
Resource type - Book series
DOI - 10.5771/9783845258560_19
Subject(s) - political science
Die Ergebnisse des Programme for International Student Assessment – PISA der OECD, welche deutschen Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich durchschnittliche Ergebnisse, insbesondere im Lesen und in Mathematik attestierten (siehe zum Beispiel Baumert et al., 2002; Prenzel et al., 2007; Prenzel et al., 2005), führten zu zahlreichen Diskussionen in der Politik und den betroffenen Wissenschaften. Vor allem die schlechten Testergebnisse von Schülerinnen und Schülern aus Familien mit niedrigem sozioökonomischen Status und Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund wiesen auf einen dringenden Handlungsbedarf bei der Förderung von benachteiligten Kindern und die bessere Integration von Zuwanderern hin. Neben diesen unbestreitbar wichtigen Erkenntnissen, blieb ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der PISA-Studien verhältnismäßig unberücksichtigt: Es bestehen auch deutliche Leistungsunterschiede hinsichtlich des Geschlechts der Schülerinnen und Schüler. In allen Leistungsbereichen, die beispielsweise in PISA 2003 betrachtet wurden (außer Mathematik), sind mehr Jungen auf oder unterhalb der niedrigsten Kompetenzstufe zu finden. Dieser Unterschied ist insbesondere im Bereich der Lesekompetenz mit 28 Prozent der Jungen, aber nur 16 Prozent der Mädchen in der Risikogruppe, besonders ausgeprägt (Prenzel et al., 2005). Ein Leistungsunterschied zwischen Jungen und Mädchen zeigt sich nicht nur in den Ergebnissen der PISA-Studien, sondern dokumentiert sich auch in verschiedenen deutschen Schuloder Bildungsstatistiken. Zur Beschreibung der Entwicklung akademischer Leistungen von Jungen und Mädchen soll im Folgenden auf zwei unterschiedliche Datenquellen zurückgegriffen werden: 1. Daten des statistischen Bundesamtes 2. Den Berliner Längsschnitt Medien, einer 5-jährigen Längsschnittbefragung mit ca. 1,200 Berliner Grundschülerinnen und Grundschülern (Mößle, 2012).
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