Keine Bildung ohne Medien! Medienpädagogisches Manifest
Author(s) -
Kommission Medienpädagogik,
Fachgruppe Medienpädagogik,
Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur,
Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis,
Hans-Bredow-Institut für Medienforschung
Publication year - 2009
Publication title -
medienpädagogik zeitschrift für theorie und praxis der medienbildung
Language(s) - German
Resource type - Journals
ISSN - 1424-3636
DOI - 10.21240/mpaed/00/2009.03.23.x
Subject(s) - political science , humanities , art
Die Verschmelzung der alten und der neuen Medien, ihre zeit- und ortsunabhangige Verfugbarkeit (Laptop und Handy) sowie der Zugriff zum Internet eroffnen den Menschen neue Lern- und Erfahrungsbereiche. Medien bieten Moglichkeiten zur Selbstverwirklichung und zur kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabe. Daruber hinaus liefern Medien wichtige Deutungsangebote, Identifikations-, Orientierungs- und Handlungsraume. Sie sind eine kontinuierlich verfugbare Ressource fur Identitatskonstruktionen von Heranwachsenden. Gleichzeitig bringen sie auch neue Entwicklungs- und Sozialisationsprobleme sowie gesellschaftliche Risiken mit sich. Diese reichen von ethisch fragwurdigen Medienangeboten uber soziale Benachteiligung bis hin zu fahrlassigen Formen des Umgangs mit (digitalen) Medien. Gerade der Umgang mit personlichen Daten in der Internetkommunikation offenbart in letzter Zeit gravierende Fehlentwicklungen. Medienkompetentes Handeln setzt fundierte Kenntnisse uber die verschiedenen Medien voraus: Kenntnisse uber technische Grundlagen und asthetische Formen, uber die Bedingungen und Formen medialer Produktion und Verbreitung in der Gesellschaft, ein Bewusstsein fur die kulturell-kommunikative, okonomische und politische Bedeutung, die Medien in globalisierten Gesellschaften haben. Medienkompetenz zielt auf die Fahigkeit zur sinnvollen, reflektierten und verantwortungsbewussten Nutzung der Medien. Hierzu gehoren u.a. die Fahigkeit zu uberlegter Auswahl, zum Verstehen und Interpretieren medialer Kodes, zu einer reflektierten Verwendung von Medien in Freizeit, Schule und Beruf. Das aktive und kreative Gestalten mit Medien fur Selbstausdruck, fur die Artikulation eigener Themen, fur Kontakt und Kommunikation ist ein weiterer, zentraler Bereich von Medienkompetenz. Schlieslich fordert Medienpadagogik die Medienkritik, die sich sowohl auf die gesellschaftliche Medienentwicklung als auch die (selbstreflexive) Mediennutzung und die eigene Gestaltung mit Medien bezieht.
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