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Weg zur Suffizienz - Eine qualitative Studie über suffizient orientierte Lebensführungen in der Schweiz
Author(s) -
Ronja Ackermann,
Carima Grunder,
Tina Reisinger
Publication year - 2016
Publication title -
sozialpolitik ch
Language(s) - German
Resource type - Journals
ISSN - 2297-8224
DOI - 10.18753/2297-8224-78
Subject(s) - humanities , political science , philosophy
Spätestens seit der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro hat das Konzept der nachhaltigen Entwicklung (sustainable development) in Wissenschaft und Politik Einzug gehalten. Das Nachhaltigkeitskonzept wurde zur politischen Leitidee für den Umweltschutz und konnte sich auch auf einer breiteren Basis behaupten (Diekmann und Preisendörfer 2001:191). Als Strategien zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung werden die Konsistenz, die Effizienz und die Suffizienz vorgeschlagen (Kleinhückelkotten 2005:13). Im Gegensatz zur Effizienz und Konsistenz werden bei der Suffizienz Ressourceneinsparungen nicht an Technik und Wissenschaft delegiert, sondern in erster Linie auf der Lebensstilebene zu realisieren versucht (Kleinhückelkotten 2005:13). Persönliche Entfaltung, soziale Kontakte, intellektuelle und geistige Weiterentwicklung sollen an die Stelle von materiellen Werten treten. Die Suffizienz verlangt demnach sowohl eine Änderung der westlichen Wohlstandmodelle als auch einen Bewusstseinswandel in der breiten Bevölkerung und ist in diesem Sinne deutlich radikaler als die Konsistenz und die Effizienz (Kleinhückelkotten 2005:13-14). Ziel der Arbeit war es, herauszufinden, welche Voraussetzungen in einer Gesellschaft gegeben sein müssten, um die Umsetzung suffizient orientierter Lebensführungen zu erleichtern. Dazu wurde eine qualitative Studie durchgeführt, welche sowohl die (Alltags-)Gestaltung, als auch die Entstehungsgeschichte, Chancen und Hemmnisse suffizient orientierter Lebensführungen untersucht. Der theoretische Rahmen der Arbeit beruht auf einem sensibilisierenden Konzept, welches die relevanten Aspekte aus Theorie und Forschungsstand vereint und sowohl eine personenspezifische als auch eine situationsund interaktionsspezifische Komponente enthält. Suffizient orientierte Lebensführungen werden als Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels betrachtet, bei dem nicht nur strukturelle Rahmenbedingungen (Zeit, Geld und Anstrengungen), sondern auch soziale Normen (Zustimmung oder Ablehnung von wichtigen sozialen Bezugsgruppen, soziale Rolle) und Erziehung resp. Sozialisation (soziales Umfeld, prägende Erlebnisse, Kultur) eine wichtige Rolle spielen. Das sensibilisierende Kon-

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