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Strukturelle Versäulungen in Österreich und den Niederlanden. Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Auswirkungen
Innsbruck University PressManfred Oberlechner2016Journals
Vorbei ist die Blutezeit des Lager- bzw. Saulendenkens in Osterreich und den Niederlanden. Im Unterschied zum niederlandischen Saulensystem, das vier Saulen aufwies (die protestantische, die katholische, die humanistisch-liberale und die sozialistische), kennzeichnete das osterreichische Saulensystem zwei (die katholisch-konservative und die sozialistische) bzw. „zweieinhalb“ Saulen („zweieinhalb“, da das deutsch-nationale Lager in sich zu zersplittert war, um eine eigene Saule zu bilden). Der Vergleich struktureller Versaulungen in Osterreich und den Niederlanden ist insofern von besonderem Interesse, als beide Staaten in der jungeren Vergangenheit durch neokorporatistische bzw. konsoziative politische Systeme gepragt waren und zu Zielpunkten umfangreicher Einwanderungen geworden sind, sich jedoch in den Einwanderungspolitiken und politischen Diskursen uber ImmigrantInnen deutlich unterscheiden: Im Unterschied zu den Niederlanden, welche man als eine pluralistische Demokratie versaulter Minderheiteninteressen im Sinne des Konsoziationalismus bezeichnen konnte, bildete die Konkordanzdemokratie Osterreichs lange Zeit geradezu die Antithese zu einem pluralistischen Osterreich.

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