Wie wirksam ist intensive integrative Sprachtherapie nach einem Schlaganfall
Author(s) -
Caterina Breitenstein,
A. Baumgartner,
Tanja Grewe,
Agnes Flöel,
Wolfram Ziegler,
Luise Springer,
Peter Martus,
Walter Huber,
Klaus Willmes,
E. Bernd Ringelstein,
Karl Georg Häusler,
Steffie Abel,
Ralf Glindemann,
Frank Domahs,
Frank Regenbrecht,
Klaus-Jürgen Schlenck,
Marion Thomas,
Hellmuth Obrig,
Ernst de Langen,
Roman Rocker,
Franziska Wigbers,
Christina Rühmkorf,
Indra Hempen,
Jonathan List
Publication year - 2017
Publication title -
research explorer (the university of manchester)
Language(s) - German
DOI - 10.14620/stadbs171106
Subject(s) - medicine
Seit über zehn Jahren empfehlen systematische Übersichtsarbeiten und die Behandlungsleitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie eine IntensivSprachtherapie von mindestens fünf Stunden pro Woche als optimale Behandlung schlaganfallbedingter Sprachstörungen, auch in der chronischen Phase (≥ sechs Monate nach Ereignis). Dennoch wurde Intensiv-Sprachtherapie mangels multizentrischer randomisierter kontrollierter klinischer Studien bisher von den Kostenund Leistungsträgern des Gesundheitssystems als nicht ausreichend evidenzbasiert gewertet. In der multizentrischen deutschlandweiten Aphasieversorgungsstudie „From controlled experimental trial to=2 everyday communication“ (FCET2EC) gelang nun erstmalig auf hohem methodischen Niveau der Wirksamkeitsnachweis für eine unter regulären klinischen Bedingungen durchgeführte Intensiv-Sprachtherapie bei chronischer Aphasie. Insgesamt 156 Schlaganfallpatienten nahmen an der FCET2EC Studie teil. Die mindestens dreiwöchige störungsspezifische Intensiv-Sprachtherapie verbesserte die verbale Kommunikation in alltagsnahen Situationen sowie die kommunikationsbezogene Lebensqualität aus Sicht des Patienten und eines Angehörigen im Vergleich zu einer dreiwöchigen Wartegruppen-Bedingung. Die Behandlung erfolgte mit mindestens zehn Stunden pro Woche mit 2/3 Einzelund 1/3 Gruppentherapie bei 2/3 sprachsystematischen und 1/3 kommunikativ pragmatischen Übungen. Auch die Wartelisten-Kontrollgruppe verbesserte sich in der anschließenden dreiwöchigen Intensiv-Sprachtherapie im selben Umfang. Trotz der hohen Therapieintensität brach kein Patient die IntensivSprachtherapie ab, und die Therapieeffekte blieben über sechs Monate stabil. Eine störungsspezifische intensive Sprachtherapie ist somit eine wirksame Intervention für Schlaganfallpatienten mit chronischer Aphasie. Die Studienergebnisse leisten einen unmittelbaren Beitrag zur evidenzbasierten Behandlung der Schlaganfall-bedingten chronischen Aphasie.
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