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Kritische Betrachtungen zum ”Rostocker Futterbewertungssystem„ 1
Author(s) -
Henkel H.
Publication year - 1972
Publication title -
zeitschrift für tierphysiologie tierernährung und futtermittelkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.651
H-Index - 56
eISSN - 1439-0396
pISSN - 0044-3565
DOI - 10.1111/j.1439-0396.1972.tb00186.x
Subject(s) - physics , philosophy , humanities
Zusammenfassung Aus dem Oskar‐Kellner‐Institut für Tierernährung in Rostock ist unter dem Titel ”Energetische Futterbewertung und Energienormen„ eine Dokumentation der wissenschaftlichen Grundlagen eines neuen energetischen Futterbewertungssystems erschienen. Mit Hilfe von ”linearen multiplen Regressionsgleichungen durch den Ursprung„ wurde der in Respirationsversuchen gemessene Energieansatz ausgewertet, um den Einfluß der einzelnen verdaulichen Nährstoffe aus ganzen Rationen unter Berücksichtigung des Erhaltungsbedarfs zu berechnen. Die Gleichungen sind nach Ansicht der Autoren zur Ermittlung der Nettoenergie Fett aus Futtermitteln geeignet. Die vorliegende kritische Betrachtung beschränkt sich auf die Grundlagen der energetischen Futterbewertung beim Schwein und kommt zu folgendem Ergebnis:1 Die Grundlage des Rostocker Bewertungssystems ist die Annahme einer additiven Wirkung der einzelnen verdaulichen Nährstoffe auf den Energieansatz, unabhängig von der Herkunft aus den verschiedenen Futterstoffen. Diese Annahme ist durch die Auswahl der zur Berechnung herangezogenen Rationen und durch die Versuchsanordnung nicht bewiesen. 2 Die Behauptung, daß die Streuung der berechneten Werte und der Meßfehler bei der direkten Bestimmung eine Größe von ±5% hat, ist falsch. Die Berechnung der Regression erfolgte nicht mit den 398 Einzeluntersuchungen, sondern mit den Mittelwerten von 67 ausgesuchten Rationen. Die prozentualen Streuungsangaben sind auf einen mittleren Ansatzwert bezogen, der nicht belegt worden ist. 3 Das Verfahren der Rationsauswertung führt zu einer größeren Unsicherheit in den Ergebnissen, da mit einem mittleren Koeffizienten für den Erhaltungsbedarf gerechnet wird. 4 Die energetische Futterbewertung nach dem Rostocker System ergibt eine Unterbewertung der vollwertigen Schweinefuttermittel und eine Überbewertung von Futterkomponenten mit problematischen Inhaltsstoffen. Daraus ergeben sich falsche Grundlagen für eine Preiswürdigkeitsberechnung von Futtermitteln. Auch Energienormen, die aus Fütterungsversuchen abgeleitet werden, sind falsch, wenn der Energiewert der Futtermittel nach dem Rostocker System berechnet wird.
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