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Kontinuität und Wandel in Männlichkeitskonstruktionen. Ein Modell biographischer Sinnbildung mit Fallmaterial aus Papua-Neuguinea
Author(s) -
Hans Martin Bosse
Publication year - 1997
Publication title -
vs verlag für sozialwissenschaften ebooks
Language(s) - German
Resource type - Book series
DOI - 10.1007/978-3-322-83268-9_13
Subject(s) - philosophy , humanities , art
Die allgemeine Soziologie unterstellt bis heute, von Talcott Parsons‹ Pattern variables (1951 und 1968) bis zu Ulrich Becks Individualisierungsansatz (1986) einen strukturellen Bruch zwischen Vormoderne und Moderne. Als Zeitenwende gilt dabei die Freisetzung der Individuen aus einer bisher geschlossenen religiosen Sinnwelt in eine vom Individuum selbstandig zu verantwortende individuelle Biographie. Erst mit der Sakularisierung der geschlossenen mittelalterlichen Gesellschaft, so die generelle These, und analog konnten wir sagen, mit der auseren und inneren Kolonialisierung ethnischer Lebenswelten auserhalb Kerneuropas erhalten nach diesem Ansatz Subjekte die Chance, Lebensentwurfe zu entwerfen, die aus der Unterordnung unter vorgegebene verbindliche Sinndeutungen heraustreten. Logisch weitergedacht hiese dies: Erst mit der strukturell-historischen Moglichkeit, sich von vorgegebenen Kollektiven und verbindlichen religiosen Sinnwelten zu distanzieren, erhielte das Individuum die Moglichkeit zur Autonomie im Sinne einer Ausbildung eigener subjektiver Lebensentwurfe.

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